Mitten im städtischen Leben – der Klosterladen im Wiener Schottenstift

Das SKIVRE-Team besuchte anlässlich des 5. Projekttreffens in Wien den Klosterladen des Schottenstifts und fand in Alfred  Kleinhappel, dem Leiter des Klosterladens, einen engagierten Gesprächspartner.  Seit 2000 gibt es den Laden an einem der schönsten Plätze der Wiener Innenstadt.

Das Sortiment des Klosterladens umfasst Frischprodukte, Säfte und Obst der klostereigenen Landwirtschaft sowie Kulinaria anderer Anbieter wie Marmeladen und diverse Süßwaren. Die eigenen Produkte sind mit dem geschützten Schottenstift-Logo versehen.

Produkte, die es nur im Klosterladen gibt, erhalten ein Etikett, das den Klosterladen ausweist – ein Gütesiegel quasi, ohne dass dieses spezifiziert wird.

 

Körperpflegeprodukte verschiedener Klöster finden sich hier ebenso wie „klassische“ Angebote eines Klosterladens: Kerzen, christliche Literatur, Devotionalien und Schreibwaren. Die Präsentation ist ansprechend und lädt zum Stöbern ein.

„Aufgrund der Wiener Innenstadtlage sind wir Nahversorger für alle Produkte des täglichen Bedarfs“, so Alfred Kleinhappel über sein Sortiment. Gleichzeitig nimmt er wahr, dass der Online-Handel stetig wächst – bei derzeit 5% des Gesamtumsatzes ist hier noch Luft nach oben, „aber die Corona-Zeit hat das eindeutig begünstigt“.

Als Werbeträger des online-Angebots fungiert ein knallroter Liegestuhl vor der Eingangstüre, der auf bequemes Einkaufen hinweist.

Seine Kundinnen und Kunden charakterisiert er zunächst als „Laufkundschaft“: zu zwei Dritteln aus Einheimischen und einem Drittel aus Touristinnen und Touristen, in der Regel „50+“.  Was glaubt er, warum Menschen bei ihm einkaufen und nicht im Supermarkt gegenüber? „Es sind nicht unbedingt nur gläubige Menschen, die hier einkaufen, es sind auch  Menschen, die sich auf Werte zurückbesinnen und die in unseren Waren auch ein bisschen Klostergeheimnisse spüren“.

 

Der Umsatz basiert zu einem Drittel auf alkoholischen Produkten wie den Weinen, Bieren und – als besondere Spezialität – einem Whiskey; zu einem weiteren Drittel aus Körperpflegeprodukten und zu einem Drittel aus religiösen Produkten. Eine steigende Nachfrage beobachtet  Herr Kleinhappel bei den Körperpflegeprodukten – und bietet Duschbäder, Haarpflegeprodukte, diverse Gesichtscremen und Körperlotionen verschiedener Klöster an, darunter Produkte der italienischen Kamaldulenser, aus dem Europakloster Gut Aich (Österreich) und dem französischen Monastère Notre-Dame de Ganagobie – allesamt Beispiele hervorragender Kosmetikproduktion. Besonders gefragt derzeit: Desinfektionssprays, aromatisiert mit Blütenauszügen und Gewürzen. Die unterschiedlichen Produktgruppen werden von allen Altersgruppen seiner Kundinnen und Kunden gleichermaßen nachgefragt.

„Man muss uns finden“, sagt Alfred Kleinhappel, und als besonders erfolgreich erweisen sich zunehmend Partnerschaften wie beispielsweise mit  der Niederösterreich-CARD oder dem Benediktushaus, dem Übernachtungshaus des Schottenstift. Gäste des Hotels erhalten bei Einkäufen im Klosterladen einen kleinen Rabatt; beworben wird dies im Eingangsbereich des Hotels mit einer Vitrine mit diversen Klosterprodukten. „Es muss nicht alles mit hochpreisiger Werbung laufen“, so der Wahlspruch, Kooperationen erbringen denselben Effekt. Auch die Facebookseite wird zunehmend als Werbekanal eingesetzt.

Produkte werden in der Regel nicht über den Zwischenhandel, sondern direkt bei den Erzeugerinnen und Erzeugern eingekauft, denn das Kloster verfügt über ausreichend Lagerflächen. „Wir wollen wissen, wo unsere Produkte herkommen, und wir honorieren unseren Partnern eine händische Produktion und Abfüllung.“ Gute Erzeuger werden wichtiger, “denn die Klöster ziehen sich zunehmend aus eigener Produktion zurück, weil die Kongregationen älter werden und weniger Mönchen nachkommen.“ Das Schottenstift ist dafür ein Beispiel, denn es sind derzeit nur noch 12 Mönche aktiv. Ware wird teilweise auch auf Kommission aufgenommen, was dem Liquiditätsmanagement entgegen kommt.

Der Klosterladen des Schottenstifts ist auf alle Fälle einen Besuch wert – für Käuferinnen und Käufer  ebenso wie als gutes Beispiel für einen lebendigen Laden, ein ansprechendes Angebot und ein ausbaufähiges Konzept.

Mehr:

Adresse: Freyung 6, A-1010 Wien, tel. +43 1 534 98 600

www.klosterladen.at

www.schotten.wien

Facebook: https://www.facebook.com/KlosterladenimSchottenstift

(Bilder: SKIVRE)

 

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